Energieausweis

Energieausweis

Die Pflicht, einen Energieausweis auszustellen, wurde in der ab 2014 geltenden EnEV nochmals verschärft.

Wird eine Wohnung oder ein Haus besichtigt, muss dem potenziellen Interessenten der Energieausweis bereits zu diesem Termin unaufgefordert vorgelegt werden.
Einem neuen Mieter bzw. Käufer muss der Energieausweis bei der Übergabe der Wohnung oder des Hauses ausgehändigt werden.

In Immobilienanzeigen müssen zudem folgende Pflichtangaben erhalten sein:

- Baujahr des Gebäudes
- Mit welchem Energieträger wird die Heizungsanlage vorwiegend beheizt?
- Wie hoch ist der Endenergiewert des Gebäudes?
- Was für ein Energieausweis liegt vor ? Verbrauchs- oder Bedarfsausweis?
- Was für eine Energieeffizienzklasse hat das Gebäude?

Für welche Gebäude ist der Energieausweis notwendig?

Der Energieausweis ist grundsätzlich für Eigentümer von Wohnhäusern und sogenannten Nichtwohngebäuden, meist Gewerbeimmobilien, verpflichtend.
Für denkmalgeschützte Häuser und Gebäude mit weniger als 50 Quadratmetern Nutzfläche ist kein Energieausweis nötig.
Ebenso ausgenommen von der Regelung sind Gebäude, die nicht regelmäßig geheizt, gekühlt oder genutzt werden, zum Beispiel Ferienhäuser.

Auch für Bauten mit einer speziellen Nutzung ist kein Energieausweis nötig:
Hierzu zählen etwa bestimmte geringfügig beheizte Betriebsgebäude, Ställe oder Gewächshäuser.

Für Neubauten ist der Energieausweis Pflicht.
Konkret schreibt der Gesetzgeber in der neuen Energieeinsparverordnung von 2014 für neu errichtete Immobilien den Bedarfsausweis vor.

Zweck der Ausstellung

Ein Energieausweis kann aus unterschiedlichsten Anlässen erstellt werden.

- bei Vermietung/Verkauf

- nach Modernisierungsmaßnahmen

. Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Gebäuden

Ausstellung, Verwendung, Grundsätze und Grundlagen der Energieausweise werden in Deutschland in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt

Die Ausstellung erfolgt (fast) immer für das gesamte Gebäude.

Lediglich wenn Gebäude gemischt genutzt werden (teilweise Wohn- und teilweise Nichtwohngebäude) darf auch für Gebäudeteile ein Ausweis erstellt werden.

Generell werden zwei Arten von Energieausweisen unterschieden:

Der verbrauchsbasierte und der bedarfsorientierte Energieausweis.

Verbrauchsorientierter Energieausweis

Diese Art Energieausweis ist preislich günstiger , bildet aber nicht den Energiebedarf des Gebäudes ab, sondern zeigt vielmehr das Nutzerverhalten.

Ist eine Person beispielsweise berufstätig und den ganzen Tag außer Haus, oder handelt es sich bei dem Bewohner um eine ältere Person, die sich nahezu ständig in der Wohnung aufhält und in der Regel auch wärmere Räume benötigt.

Bei Wohngebäuden ist der verbrauchsbasierte Energieausweis in der Regel immer zulässig. Lediglich für Gebäude mit maximal vier Wohnungen und Baujahr vor 1977 ist ein Bedarfsausweis zu erstellen.

Ausnahme:

Wurde das Gebäude bereits modernisiert und auf den energetischen Standard der Wärmeschutzverordnung von 1977 gebracht, ist auch für die genannten Gebäude ein Verbrauchsausweis zulässig

Bedarfsbasierter Energieausweis

Hier wird das Gebäude unter Einhaltung bundesweit einheitlicher Vorgaben energetisch berechnet und der für dieses Gebäude zu erwartende Energiebedarf dargestellt. Ein Bedarfsausweis ist daher aussagekräftiger und eigentlich immer die sinnvollere Variante. Allerdings ist er auch erheblich teurer.